Rating von Lebensmittel-Labels: Was steckt hinter welchem Label?

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Auf dem Schweizer Markt finden sich über 65 Lebensmittellabels, welche den Konsumentinnen und Konsumenten einen Mehrwert an Ökologie, Tierwohl oder guten Arbeitsbedingungen versprechen. Pusch, WWF Schweiz, Helvetas und die Stiftung für Konsumentenschutz SKS haben die wichtigsten Labels bezüglich ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit neu analysiert. Das Rating zeigt: Die Hälfte der bewerteten Labels verdient das Prädikat «Ausgezeichnet» oder «Sehr empfehlenswert».  

Die Produktion von Nahrungsmitteln führt zu einer grossen Umweltbelastung. Pestizideinsatz, nicht artgerechte Tierhaltung, Futtermittelimporte in der Schweiz, die Vernichtung von Tropenwald oder die Ausbeutung von Arbeitskräften in südlichen Ländern führen zu Herausforderungen und Problemen. Langfristige Lösungen für ökologisch verträgliche und sozial gerechte Produktionssysteme sind erforderlich. Labels können Teil solcher Lösungen sein. Viele Labels haben sich in den letzten Jahren weiterentwickelt, um den steigenden Anforderungen auch seitens der Konsumentinnen und Konsumenten gerecht zu werden.

Neues Labelrating nach fünf Jahren

Das letzte Lebensmittel-Rating ist fünf Jahre her. Pusch, WWF Schweiz, Helvetas und SKS haben deshalb die 31 in der Schweiz wichtigsten Lebensmittel-Labels neu analysiert. Die Neubewertung zeigt, welchen Mehrwert Konsumierende punkto ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit erwarten können. Erfreulich: Die Hälfte aller bewerteten Labels schneidet mit «Ausgezeichnet» oder «Sehr empfehlenswert» ab. Darunter sind alle Labels, die für Inland- und Auslandprodukte auf die Richtlinien von Bio Suisse setzen, aber auch solche, welche sich auf einen Produktbereich spezialisieren. Das Prädikat «Empfehlenswert» erhalten zehn Labels. Sie punkten entweder in fast allen Bewertungsbereichen, aber nicht auf höchstem Niveau, oder erzielen in Einzelbereichen Spitzenwerte. Die Note «Bedingt empfehlenswert» erhalten sechs Labels, weil sie in den meisten Bewertungsbereichen unterdurchschnittliche Resultate erzielen. Dies traf beispielsweise auf Biolabels zu, welche sich ausschliesslich auf die EU-Bio-Verordnung abstützen. Diese stellt in den Bereichen Bewässerung, Biodiversität, Klima und Soziales nur wenige oder gar keine Anforderungen. Den grössten Nachholbedarf für alle Labels gibt es in der Kategorie «Klima und Energie», da Kriterien zu Klimaschutz und Energieeffizienz bei allen Labels entweder fehlen oder falls doch vorhanden, nur sehr allgemein formuliert sind. In den vergangenen Jahren stieg der Marktumsatz von Labels laut ihren eigenen Angaben stetig an und die Anzahl an Labels und Eigenmarken nahm zu.

Orientierungshilfe und Motivation

Das neue Rating der Lebensmittellabels gibt Konsumentinnen und Konsumenten Orientierungshilfe und soll Produzenten, Detailhändler und Discounter dazu motivieren, auf jene etablierten Labels zu setzen, welche einen Mehrwert für die Umwelt und eine sozial gerechte Produktion bieten.

Quelle und weiterführende Informationen

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