Romandie als Hoffnungsträger für noch mehr Bio-Swissness

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Mitten im heissen Juli feierte Bio Suisse auf dem Hof von Claude Peguiron aus Mex VD den 6’000sten Bio-Landwirtschaftsbetrieb. Peguiron bewirtschaftet seinen Hof seit Anfang Jahr nach den Richtlinien von Bio Suisse. Dass der Dachverband der Schweizer Knospe-Betriebe auf einem grossen Ackerbaubetrieb in der Romandie feiert, hat Symbolcharakter. Denn genau diese Kombination hat viel Zukunftspotential.

Peter Jossi – Aktuell liegt der Anteil der Biobetriebe in der Schweiz bei 12,5 Prozent – Tendenz weiter steigend. In der Romandie sieht Bio Suisse vor allem bei spezialisierten Ackerbaubetrieben grosses Potenzial. Der von Claude Peguiron aus Mex VD bewirtschaftete Betrieb ist ein anschauliches Beispiel grösserer Ackerbaubetriebe, von denen die Bio Suisse noch gerne viel mehr zur Umstellung auf den biologischen Landbau bewegen möchte. Viele davon liegen in der Romandie.

Urs Brändli, Präsident von Bio Suisse, betont die Bedeutung des Biolandbaus in der französischsprachigen Schweiz: «Ich freue mich, dass der Biolandbau auch in der Westschweiz immer mehr Anhänger findet. Es gibt hier viele Betriebe, die in die Bioproduktion von Getreide, Proteinträgern und Ölsaaten einsteigen können. Die Anbautechnik ist ausgereift und Absatz ist vorhanden.»

Bioqualität mit Herkunft verbinden

Das Wachstum des Biomarkts in der Westschweiz liegt gemäss letzten Zahlen noch immer hinter dem der Deutschschweiz. Im Verkauf erreichten Bioprodukte in der Westschweiz im Jahr 2014 einen Marktanteil von 6,5 Prozent und einen Umsatz von 367 Millionen Franken; gesamtschweizerisch waren es 7,1 Prozent, bzw. 2,207 Milliarden Franken. Ausbaupotential besteht v.a. dann, wenn die verstärkte Verbindung von Bioqualität mit der in der Westschweiz besonders wichtigen Herkunft (Terroir) in Zukunft gelingt.

Bio Suisse Romandie als Türöffner

Das klassische «Bioland» ist die Romandie jedoch nach wie vor nicht. Um die Entwicklung des Biolandbaus in der Westschweiz gezielt zu fördern und langfristig neue Biobauern und Verarbeiter zu gewinnen, hat Bio Suisse in Lausanne eine Zweigstelle eröffnet. Pascal Olivier führt die «Antenne Romande» im «Maison du Paysan» seit Mai 2015. Eine zentrale Aufgabe besteht darin, spezialisierte Ackerbaubetriebe von den Vorteilen einer Umstellung zu überzeugen.

Olivier ist zuversichtlich: «Wir streben in der Westschweiz in den nächsten Jahren ein Wachstum an, das über dem nationalen Durchschnitt von zwei Prozent liegt.» Im vergangenen Jahr haben 39 Westschweizer Betriebe auf Bio umgestellt; Ende 2014 gab es in der Romandie 849 Knospe-Betriebe. Das entspricht rund 14 Prozent aller Schweizer Knospe-Betriebe.

Ganze Wertschöpfungskette integrieren

Die positive Entwicklung in der Romandie trägt zumindest teilweise zur Lösung eines alten Grundproblems der Schweizer Biobranche bei. Die Versorgung mit Biogetreide für die Schweizer Backwarenbranche konnte noch nie vollständig mit Rohstoffen aus Schweizer Herkunft gedeckt werden. Das steigende Angebot wurde stets von der noch viel stärker steigenden Nachfrage überholt. Für die nachhaltige Optimierung ist der Einbezug der ganzen Wertschöpfungskette notwendig. Die Chancen stehen besser denn je. Die Schweizer Biomühle «Steiner Mühle AG» ist seit einigen Jahren in die «Groupe Minoteries SA» integriert. Diese Unternehmensgruppe ist in der ganzen Schweiz aktiv, in der Westschweiz jedoch besonders stark verankert. Dies schafft gute Voraussetzungen sowohl für die vermehrte Bio-Umstellung von Landwirtschaftsbetrieben wie für neue Partnerschaften mit Verarbeitungs- und Vermarktungsunternehmen.

Quelle und weitere Informationen:

Claude Peguiron erzählt im Film, warum er auf Bio umgestellt hat:

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